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20. Dezember 2019

PODCAST #46: WIE DU SCHWIERIGKEITEN MIT DEINEM HUND AUFLÖSEN KANNST

Der Titel dieser Folge steht schon seit einiger Zeit auf meiner Liste. Ich habe hin und her überlegt, an welchem Punkt der Entwickliung ich ansetzen soll. Ich habe mich für den Dreh- und Angelpunkt entscheiden. Für dich – also für das andere Ende der Leine. Denn die Lösung all eurer Schwierigkeiten liegt bei dir, sie liegt in dir.

In dieser Podcastfolge erfährst du:

  • Wie entstehen Probleme mit Hund, Schwierigkeiten und Leid?
  • Was sind die 5 Kleshas?
  • Welche Denkfehler gibt es im Hundetraining und wie sie dir und deinem Hund das Leben schwer machen
  • Wie du diese Denkfehler im Hundetraining überwinden kannst
  • Welches Wachstum und welche Entwicklungen möglich sind, die noch verborgen bleiben
  • Wie du dieses Prinzip auf das Leben mit deinem Hund übertragen kannst
  • Wie du es schaffst, Raum für Lösungen langfristig in dein Leben zu integrieren
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„Das Wissen um diese fünf Kleshas ist ein wahnsinniges Geschenk.“

Was die Yoga Philosophie mit Hundetraining zu tun hat

Was benötigst du, um Leid bei dir und deinem Hund abzubauen oder für euch zu lösen? Am Ende bist du der Dreh- und Angelpunkt im Hundetraining und du hast es in der Hand. Du hältst die Leine und entscheidest, wohin ihr beide geht. Deshalb ist es wichtig, dass du nicht nur auf das Verhalten deines Hundes, sondern auch auf dein eigenes Verhalten schaust.

Es gib in der Yoga Philosophie fünf verschiedene Kleshas. Die fünf Ursachen für Leid, die meist sehr tief in uns verankert sind. Mit Leid meine ich hier all das, was sich für dich und deinen Hund nicht gut anfühlt. Das was du nicht in deinem Leben haben möchtest.

Das Wissen um diese fünf Kleshas ist ein wahnsinniges Geschenk. Ich möchte dies nun mit dir teilen und dir eine kurze Einführung und einen Überblick geben.

Die Kleshas sind für den Anfang schon ein wenig abstrakt. Deshalb möchte ich es dir immer am Ende der Erklärung der einzelnen Kleshas, mit einem Beispiel verdeutlichen.

Mein Beispiel, ein echter Klassiker: „Dein Hund bellt Leute an.“


„Avidya ist der falsche Glaube über deine eigene Wahrheit.“

Yoga Philosophie: Das erste Klesha Avidya 

Das erste Klesha ist Avidya.

Avidya heißt so viel wie „Ich weiß Bescheid, ich kenne meine Wahrheit.“ Das Problem dabei ist, dass Wahrheit immer subjektiv ist. Deine Wahrheit ist immer eingefärbt durch deine Erfahrung aus deiner Vergangenheit, durch deine Erziehung, durch deinen eigenen Filter. Sie ist beeinflusst von Glaubenssätzen aus deiner Vergangenheit. Durch Regeln oder Überzeugungen, die ganz tief in dir verankert sind. Ganz unbewusst bestimmen diese Faktoren deine Wahrheit. Wie du eine Situation erfährst, empfindest oder für dich einsortierst. Avidya bedeutet tatsächlich weniger Wahrheit, sondern eher Irrtum oder Verwechslung.  Du denkst, was du siehst oder denkst, ist die Wahrheit. Wenn jemand anders darüber denkt, dann liegt er falsch. 

Du verwechselst Ewiges mit Vergänglichem. Du verwechselst Wesentliches und Unwesentliches und kannst nicht filtern, was ist dir wirklich wichtig? Was ist das, was dich und deine Lebensqualität ausmacht?

Deine Wahrheit steht immer auf der Basis deiner Vergangenheit. Das Problem, was das mit sich bringt ist, dass deine Zukunft auch immer der Gefangene deiner Vergangenheit sein wird. Deine Zukunft ist vorbestimmt durch deine Vergangenheit. Das macht es dir wahnsinnig schwer, lässt kaum Flexibilität zu und dementsprechend wenig Platz für Veränderung und Wachstum. Avidya ist also der falsche Glaube über deine eigene Wahrheit.

Nun mein Beispiel: „Dein Hund bellt Leute an“

Das könnte deine Wahrheit sein: Dein Hund darf das nicht. Der fremde Mensch ist nicht gefährlich. Ein bellender Hund ist unnormal. Das ist nicht akzeptabel. Alle anderen Hunde bellen nicht nur meiner. Warum kommt der andere Mensch so nah an uns rann? Warum sind alle Menschen so rücksichtslos? Meine Lösung für dich: Öffne deinen Blick. Lege den Filter deiner eigenen Erfahrung ab und versuche mal in die anderen Wahrheiten zu schauen. Ist das wirklich so? Kannst du dir zu 100 % Prozent sicher sein, dass das so ist? Und wenn du dir diese Frage stellst, wirst du auf einmal ganz flexibel im Kopf. Weil du es nämlich nicht mit 100%iger Wahrscheinlichkeit sagen kannst. Und schon fällt dir auf, dass deine Wahrheit wohl doch nicht die Einzige ist und es öffnet sich Raum zum Reflektieren. Meist löst es sich dann schon auf und du kannst entspannter handeln.



„Ich kenne mich. Ich weiß, wer ich bin“

Yoga Philosophie: Das zweite Klesha Asmita

Das zweite Klesha ist Asmita.

Frei übersetzt beutet es „Ich kenne mich. Ich weiß, wer ich bin“. Es liegt nah an Avidya, denn auch dein Selbstbild basiert oft auf einer falschen Einschätzung deiner eigenen Person. Auch deine persönliche Einschätzung ist geprägt durch geglaubte „Einschätzungen“ durch andere. Wie sehen dich andere oder wie wollen sie dich sehen. Auch das sind Glaubenssätze, die dich schon lange begleiten. Schade ist, dass du dich dadurch immer mehr von dir selbst entfernst. Bis du das Gefühl hast, dich gar nicht mehr zu kennen. Du entwickelst gewisse Charakterzüge, um geliebt und anerkannt zu werden und veränderst dich in eine Richtung, die dir nicht gefällt und das macht dich auf Dauer unglücklich. 

Asmita ist das falsche Selbstbild, welches wieder auf Glaubenssätzen und Erfahrungen der Vergangenheit beruht, ohne es tatsächlich mal reflektiert zu haben.

Nun mein Beispiel: „Dein Hund bellt Leute an“

Deine Wahrheit: Du bist zu unsicher. Der Grund hängt immer am anderen Ende der Leine. Du kannst deinem Hund keine Sicherheit bieten? Du bist zu schwach. Du kannst dich nicht durchsetzen. Dein Hund ist zu sensibel. Dein Hund ist zu alt zum Lernen. Das hilft dir nicht weiter. Es schadet dir mehr, als es dir nützt. Was wäre, wenn ihr sein könntet, wer ihr wollt?An dieser Stelle solltest du dich wieder fragen: Ist das wirklich so? Kannst du dir zu 100 % Prozent sicher sein, dass das so ist?



„Ich will das so!“

Yoga Philosophie: Das dritte Klesha Raga

Das dritte Klesha ist Raga.

Raga bedeutet „Ich will das so!“. Es ist das Verlangen nach Bedürfnisbefriedigung, Aufmerksamkeit, Anerkennung, Liebe und Zuneigung. Viele deiner Handlungen sind dadurch beeinflusst und können dir am Ende sogar schaden, denn die Begierde ist am Ende ein Fass ohne Boden. Wenn du dieser Begierde sehr schnell nachgibst und sagst: „Ich will das so machen!“, dann kann es sein, dass du kurzfristig dieses Bedürfnis befriedigt hast, es dich aber auf lange Sicht nicht glücklich macht, weil es auf der falschen Identität „Asmita“ gebaut ist.

In Bezug auf deinen Hund kann es sein, dass du dir einen Hund in den Leben holst und merkst, es läuft nicht so, wie du es dir vorgestellt hast. Du bestehst darauf, dass alles so läuft, wie du es dir vorgestellt hast. Dadurch entsteht Leid bei dir und deinem Hund. Dein Hund, der deine Erwartungen nicht erfüllen kann und Leid bei dir, da du die vielen Potenziale und Momente mit deinem Hund nicht (mehr) sehen kannst.

Nun mein Beispiel: „Dein Hund bellt Leute an“

Deine Wahrheit: Du möchtest gemocht werden. Du möchtest niemanden stören. Du möchtest unbedingt erfolgreich sein im Training. Du möchtest nicht negativ auffallen. Du willst einen freundlichen Hund. Aber was will denn dein Hund? Was ist wirklich wichtig?Wieder dahinter schauen. Was bedeutet es dir, einen freundlichen Hund zu haben? Warum willst du das wirklich? Dann bekommst du die wahren Antworten. Schau genau hin. Du möchtest vielleicht, dass dein Hund keine Angst vor Menschen hat oder er im Bogen um die Menschen herum geht. Damit er sich und alle anderen sicher fühlen. Dann kommst du in deinen Fluss der Lösungsfindung. Was bedeuten deine „Ich will das so“?



„Wenn du dir nie die wirklichen Ursachen anschaust, kannst du es nie wirklich für dich auflösen.“

Yoga Philosophie: Das vierte Klesha Dvesha

Das vierte Klesha ist Dvesha.

Es bedeutet „Ich will das nicht!“. Es ist das Gegenteil von Raga. Es ist die Vermeidung oder blinde Ablehnung. Du und wahrscheinlich auch alle anderen Menschen auf diesem Planeten setzten sich wirklich sehr ungern mit den wirklichen Ursachen auseinander. Begründet mit der Angst aus der Verletzung, die dort auf dich wartet. Aus Angst vor Scham und Schuld. Du schaust hinter deine Fassade und stellst vielleicht fest, dass auch du einen Anteil an der aktuellen Situation trägst. Das kann Angsterzeugen und du beginnst abzulehnen. Durch dieses Klesha baust du Schutzschilde um deine Seele herum. Schutzschilde, die dich davor bewahren sollen, dich selbst seelisch zu verletzten.

Wenn du dir nie die wirklichen Ursachen anschaust, kannst du es auch nie wirklich für dich auflösen. Stattdessen wird sich Schutzmauer um Schutzmauer um dich aufbauen. Schau in dich und nimm diese Erkenntnisse an.

Nun mein Beispiel: „Dein Hund bellt Leute an“

Deine Wahrheit: Du möchtest keinen Besuch. Du möchtest niemand auf eurem Spaziergang treffen. Du möchtest vielleicht gar nicht mehr mit ihm raus. Und du willst nicht, dass er noch mal ausflippt. Langfristig grenzt du euch so aus. Fortschritt und Veränderung kann aber nur möglich sein, wenn du aus deiner Vermeidung kommst.


„Du darfst diese Ängste nicht unterdrücken.“

Yoga Philosophie: Das fünfte Klesha Abhinivesha

Das fünfte Klesha ist Abhinivesha.

Abhinivesha ist die Angst. Die Angst davor, ob alles so bleibt, wie es gerade ist. Hast du morgen noch deinen Job oder bist du oder dein Hund morgen noch gesund? Bleibt alles so, wie es jetzt gerade ist? Es ist die Angst, deine Bedürfnisse zu äußern aus Angst vor Ablehnung, Angst vor dem Ende, vor Veränderung oder vor dem Unbekannten. Das alles ist Abhinivesha. Je unbewusster deine Ängste sind, umso mehr stören sie deine innere Ruhe. Und genau das ist der schwierigste Knackpunkt. Das Wichtige ist, du kannst Abhinivesha abbauen. Sie lässt sich von allen Kleshas am schwersten auflösen. Sie erfordert extrem viel Achtsamkeit und Selbstreflexion. 

Du darfst diese Ängste nicht unterdrücken. Vielmehr solltest du sie annehmen und wahrnehmen. Denn Sie entstand, wie alle Kleshas ursprünglich nur um dich zu schützen.

Nun mein Beispiel: „Dein Hund bellt Leute an“

Deine Wahrheit: Du hast Angst vor Ablehnung, Liebesentzug, Einsamkeit, Gefahr oder Ausgrenzung, weil dein Hund andere Menschen anbellt? Stell dir auch hier wieder die Frage. Bist du dir sicher, dass du dieses Leid erfährst, wenn dein Hund andere Menschen anbellt. Ist das wirklich so? Kannst du dir zu 100 % Prozent sicher sein, dass das so ist?


„Atme sehr bewusst und tief in deinen Bauch, nimm dir Zeit und reflektiere.“

Das heißt, die fünf Kleshas sind für dich nichts Schlechtes. Es ist gut, dass sie da sind. Es ist nur wichtig, dass du sie hörst und hinschaust. Denn es ist dein Weg raus aus diesem Kreislauf des Leids. Versuche, so bald dich etwas irritiert, kurz inne zuhalten. Dann atme sehr bewusst und tief in deinen Bauch, nimm dir Zeit und reflektiere.

Was du dann für dich tun kannst, ist es wertungsfrei anzunehmen. Nimm Dinge als Information an und sortiere sie nicht direkt in Schubladen. Sortiere nicht nach gut oder schlecht, sondern nimm sie einfach erst mal war. Wenn du hinter alle Kleshas schaust und sie annimmst, wirst du wieder flexibel und mutiger.

Du fasst Vertrauen in dich, deinen Hund und in die ganze Welt. Frage dich immer kann ich mit absoluter Sicherheit sagen, dass das so ist?

Das, was du im Alltag für dich machen kannst, ist achtsam sein. Das heißt tief in den Bauch atmen. Schau, was dann passiert. Wie fühlst du dich? Was für Gedanken hast du? Reflektiere deine Antworten auf deine Gedanken. Das ist eine Übungssache und dauert natürlich eine Weile. Aber das alles gekoppelt mit der Flexibilität, die in dir entsteht, bringt dich so viel weiter. Dann heißt es für dich, dran bleiben, hinterfragen und sich immer wieder erden. Diese Kleshas sind einer der Schlüssel, wie du Schwierigkeiten für dich und deinem Hund auflösen kannst. Sie ermöglichen dir, in ein gutes Training zu gehen und langfristig glücklich mit deinem Hund zu werden.

Nimm diese fünf Kleshas bewusst, war. 


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Hund, Hund Mensch Beziehung, Hundemensch, Hundetraining, Kleshas, Leben mit Hund, Verhaltensauffälligkeiten beim Hund, Yoga Philosophie


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