WAS TUN, WENN DEIN HUND RAMMELT

16. April 2019

Wenn wir mal wieder rot werden vor Scham, oder sogar stottern aus Angst. Fiffi ist mal wieder fleißig damit beschäftigt, den Besuch zu rammeln. Oder das Kissen, oder sein Spielzeug, vielleicht auch den fremden Hund. Ganz schön peinlich! Cool bleiben? Fehlanzeige. Der muss damit so schnell wie möglich aufhören. Mega peinliche Situation und außerdem total gefährlich, weil er mal wieder den dominanten Alpha raushängen lassen will...

Warum macht der das?

Dominanz? Sexualverhalten? Will er dich einfach nur blamieren? Tatsächlich ist dies in nahezu allen Fällen ein stressbedingtes Verhalten. Dein Hund ist überfordert, frustriert, hilflos und sucht ein Ventil. Manche buddeln, manche fressen Gras und wieder andere rammeln. Wünscht du dir jetzt, er würde einfach nur buddeln? Das kann ich verstehen. Aber weißt du was? Ich bin froh um jeden Hund der rammelt, denn in diesen Fällen ist nicht nur der Leidensdruck bei deinem Hund groß, sondern auch bei dir.

Ich habe leider noch kaum Menschen kennen gelernt die zu mir kommen, weil ihr Hund häufig Gras frisst oder buddelt. Wenn er ständig rammelt kommen sie ziemlich schnell und suchen Hilfe. Und nur dann kann beiden geholfen werden. Vergiss nie, deinem Hund geht es vermutlich nicht gut dabei. Es ist dein Job ihm zu helfen in deiner Umgebung zurecht zu kommen.

Stressauslösende Faktoren können z.B. sein:

  • abruptes Spielende
  • Spiel mit zu hoher Erregung, ohne Pausen und Entspannung
  • Aufregung bei Begrüßung
  • Unsicherheit im Umgang mit fremden Hunden
  • zu viele fremde Hunde auf einem Haufen (die klären das unter sich, is klar...)
  • unbefriedigte Bedürfnisse des Hundes (laufen, buddeln, erkunden, kuscheln,...)
  • Schmerzen
  • Häufigkeiten und Konkurrenten, vor allem bei unkastrierten Hunden

Es gibt noch eine riesige Menge weiterer Faktoren die eine Rolle spielen können. Dominanzverhalten ist absolut selten der Fall. Es tritt vor allem auf, wenn eine Ressource im Spiel ist. Doch auch in diesen Situationen greifen Hunde oft auf andere Strategien zurück, z.B. Aggressionsverhalten.

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Gemeinsam statt Einsam

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Das heißt? Entspann dich, niemand möchte, dass sein Hund alles und jeden rammelt. Doch langfristig los wirst du es durch zunehmende Entspannung. Beseitige den Grund für das rammeln, finde den Stressauslöser und verändere ihn.

Was kann passieren?

Naja, vor allem baut dein Hund erstmal Stress ab. Wird er deshalb gefährlich? Nö, prinzipiell nicht. Versucht er die Weltherrschaft an sich zu reißen? Auch das nicht. Er baut einfach erstmal Stress ab. Viel zu oft wird uns Hundemenschen eingeredet, dass rammeln etwas ganz schlechtes und gefährliches ist. Gras fressen aber irgendwie nicht. Beides kann dem Stressabbau dienen. Bei manchen Hunden spricht es für die Hilflosigkeit, wenn sie sich in einer überfordernden Situation an ihre Menschen klammern und Hilfe suchen.

Kannst du es also einfach laufen lassen? Nein, das kannst du nicht. Ebenso ist es auch mit dem buddeln, dem Gras fressen, etc. Dein Hund hat ein Problem, hilf ihm es zu lösen. Die erste Frage, die du dir stellen solltest ist, warum macht er das? Finde die Ursache, den Auslöser. Ist es Stress? Wenn ja, warum entsteht er? Wie kannst du es ändern und für deinen Hund leichter machen? Liegt es eventuell an seinem Alter, oder ist es allgemein sehr schwierig für ihn?

Schau, ob du die Situation einfach durch anderes Handeln deinerseits verändern kannst. Beende das Spiel immer mit einer Entspannungsübung und einem klaren Fertig-Signal. Lenke deinen Hund nach dem Spiel in eine andere Tätigkeit um.

Macht er dies nach dem esse kannst du gucken, ob er das Futter gut verträgt. Wenn ja, verändere die Art der Fütterung. Nutze einen Antischlingnapf oder Kong, um ihm hier mehr Spannung zu bieten und eventuellen Frust zu reduzieren.

Rammelt er bei Begrüßungen? Führe ein Ritual ein. Wenn der Besuch kommt liegt für ihn eine Leckerei bereit in seinem Bettchen.

Wann du trainieren solltest

Reicht es nicht aus, die Ausgangssituation zu verändern ist es sinnvoll, deinem Hund gezielt Alternativen beizubringen. Was soll er das nächste Mal machen, wenn er sich so fühlt? In einer Hundebegegnung könnte er statt zu rammeln auch schnüffeln gehen. Er könnte zu dir kommen oder vielleicht auch buddeln gehen. Überlege dir eine sinnvolle Exit Strategie für deinen Hund. Und dann trainieren sie.

Trainiere sie auf Signal zuerst in einer stressfreien Umgebung, damit du sie später in die schwierigen Situationen mitnehmen kannst. So kann dein Hund aktiv lernen, wie er mit dem aufkommenden Stress umgehen kann. Das ganze über Belohnungen aufgebaut reduziert weiter Stress und dein Hund wird ebenfalls lernen, dass sich die neue Strategie auch noch besser anfühlt als die alte.

Ein Markersignal kann dir in diesen Situationen ebenfalls helfen, denn es bringt deinen Hund durch die Verknüpfung mit Belohnungen in eine positive Grundhaltung und wirkt so dem aufkommenden Stress entgegen.

Was du nie tun solltest? Mit deinem Hund schimpfen, ihn zu Boden drücken oder anderweitig strafen, wenn er dieses Verhalten zeigt. So baust du weiteren Stress auf, den dein Hund mit dieser Situation verknüpfen wird und für ihn wird es so immer immer schlimmer. Selbst wenn er das rammeln lässt ist es wahrscheinlich, dass er sich ein neues Ventil sucht. Das ist dann keine "Problembehebung", sondern eine "Problemverschiebung", wenn man von Problem sprechen mag.

Also: Bleib Cool, finde den Stressor und beseitige ihn. Dein Hund wird es dir danken.

Deine Tina