3 TOP BELOHNUNGEN FÜR JAGDLICH MOTIVIERTE HUNDE

3. April 2019

Kaum jemand möchte es, doch es ist tief in den Wurzeln unserer Hunde verankert. Jagdverhalten. Als angeborenes Verhaltensmuster steckt es erstmal in jedem Hund drin. Je nach Selektion und Erfahrungen zeigen sie es mehr oder weniger ausgeprägt. Wird es zur tatsächlichen Passion, dann bekommen wir als Menschen häufig Schwierigkeiten.

Was ist Jagdverhalten

Jagdverhalten beinhaltet mehrere Verhalten die aneinander gereiht ablaufen. Das muss dein Hund nicht lernen, es ist genetisch verankert. Natürlich kann er es durch entsprechendes Training und Ausleben immer weiter verfeinern und verändern.

Diese Verhalten stecken im Jagdverhalten deines Hundes drin:

  • Orientieren
  • Fokussieren
  • Anschleichen
  • Hetzen
  • Packen
  • Töten
  • Zerlegen
  • Fressen

Beim Betrachten dieser Verhaltenskette wird es ab einem gewissen Punkt schwierig, denn es gefährdet unseren Hund und unsere Umwelt. Deshalb ist es natürlich nicht in Ordnung das ganze so ablaufen zu lassen. Für den Hund wäre es unter Umständen ein Heidenspaß, den wir ihn so nicht bieten können.

Lesetipp: Warum du die jagdliche Motivation deines Hundes als Belohnung nutzen solltest

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Warum du Jagdverhalten nicht unterdrücken solltest

All diese Verhalten aus der Verhaltenskette sind für deinen Hund enorm wichtig und sehr bedürfnisbefriedigend. Du wirst es nicht schaffen, sie dauerhaft und nachhaltig zu unterdrücken. Um das auch nur ansatzweise zu erreichen müsstest du zu ziemlich harten Strafen greifen, die deinen Hund enorm erschrecken, große Angst auslösen und/ oder erhebliche Schmerzen auslösen. Und das immer wieder. Klingt nicht besonders wertvoll finde ich. Außerdem entsteht durch das Unterdrücken dieses Bedürfnisses eine Menge Frust und die Lebensqualität deines Hundes leidet enorm.

Stell dir einfach mal vor dir würden deine wichtigsten Bereiche deines Lebens verboten, für immer und auf massive Art und Weise. Das fühlt sich einfach scheisse an, das kann ruhig mal gesagt werden. Wer sich einen Beutegreifer nach Hause holt muss auch mit den Eigenschaften eines Beutegreifers leben können.

Die Auswahl der Rasse kann hier natürlich sehr helfen, denn nicht jede Rasse zeigt alle Verhalten dieser Kette. Manche sind stärker ausgeprägt, bei Vorstehhunderassen zum Beispiel das Fokussieren. Andere fehlen gänzlich, die wenigsten Hunde töten und fressen ihre Beute. Doch auch hier solltest du immer bedenken, es gibt keine Garantie dafür, was dein individueller Hund am Ende zeigt und was nicht.

Wenn du lernst diese Eigenschaften bei deinem Hund wertzuschätzen und entsprechend umzulenken und zu fördern wirst du einen Mordsspaß mit deinem Hund haben.

Wie du die jagdliche Motivation als Belohnung nutzen kannst

Statt die Leidenschaften deines Hundes zu unterdrücken kannst du sie gezielt als Belohnung für gewünschtes Verhalten einsetzen. So hebst du dein Training auf ein völlig neues Level, dein Hund hat mehr Freude und wird schneller lernen. Bis zum Fokussieren ist an dem Jagdverhalten unserer Hunde prinzipiell nichts auszusetzen.

Daher kann dein Ziel statt erfolgloser Unterdrückung sein, dass Fokussieren zu verlängern. Dein Hund kann lernen immer länger zu gucken und später ins hetzen zu fallen. Da er jedoch nach wie vor das Bedürfnis haben wird seine Verhaltenskette zu Ende zu führen kannst du ihn mit entsprechenden Belohnungen abholen. So verstärkst du das Fokussieren und lenkst alles danach um auf deine Belohnung und das Wild ist sicher.

Belohnung #1: Verlorensuche auf der Rückspur

Ich liebe die Verlorensuche. Hier lernt dein Hund deinen gegangenen Weg so weit zurück zu verfolgen bis er auf die von dir ausgelegte Beute stößt. Manche Hunde gucken einfach, andere schnüffeln. Dein Hund wird die Beute vermutlich so suchen, wie er es am liebsten mag.

Als Beute kannst du einen Dummy auslegen, ein Spielzeug, ein Futterspielzeug oder einfach einen kleinen Haufen Leckerli. Was auch immer dein Hund gern mag. So bedienst du die Verhaltenskette je nach Beuteauswahl bis zum Ende, nämlich dem Fressen.

Belohnung #2: Kegeln

Beim Kegeln wirfst du deinem Hund seine Belohnung genau in die entgegen gesetzte Richtung, also weg vom Wild. Du kannst hier ein großes Leckerli werfen, ein Futterspielzeug, einen Ball, einen Dummy oder was auch immer. Deiner Fantasie und der deines Hundes sind auch hier keine Grenzen gesetzt.

Kegeln ist klasse, denn hier kann dein Hund ebenfalls hetzen, packen, töten, zerlegen, fressen. Je nachdem was du geworfen hast. Dadurch befriedigt auch diese Belohnung enorm das Bedürfnis deines Hundes, ohne irgendwen oder irgendetwas zu gefährden.

Belohnung #3: Gucken

Gucken als Belohnung? Na klar! Was gibt es besseres als weiter gucken zu dürfen. Gerade am Anfang ist das oft eine sehr wertvolle Belohnung. Viele Hunde können sich zu Beginn nur schwer vom Wild lösen. Dadurch ist es ihnen oft nicht möglich sich auf Kegeln, die Verlorensuche und andere Belohnungen einzulassen. Wenn das so ist, dann sind diese Dinge in diesem Moment auch keine Belohnung.

Du kannst das Gucken unter Signal stellen. So kannst du deinem und später genau sagen, dass er zur Belohnung (für z.B. eine Umorientierung) weiter gucken kann. Bei vielen Hunden ist das der Türöffner für ein gelungenes Training an jagdlichen Auslösern.

Bei uns heißt das gucken"Bambi". Das bietet mir außerdem den Vorteil die Wiese vorher scannen zu lassen, ob Wild in der Nähe ist. Sage ich "Bambi" und die Hunde gucken irritiert weiß ich die Wiese ist frei. Genial oder?

Deine Tina