WESHALB SCHUBLADEN DENKEN DEINEN HUND NICHT WEITER BRINGT

4. Dezember 2018

Wir alle wurden dazu erzogen in Kategorien zu denken. Gut oder Schlecht, hell oder dunkel, schön oder hässlich, schlau oder dumm, reich oder arm. Unser Gehirn funktioniert so, anerzöge und angeboren. Jeder Reiz, der unser Gehirn betritt, wird kategorisiert. Unser Gehirn ordnet ihn ein in bekannt und unbekannt, gefährlich oder ungefährlich und es sucht nach erlernten Lösungsstrategien.

Schubladen machen uns das Leben durchaus leichter und sind in mancher Hinsicht absolut sinnvoll. Überflüssig werden sie dann, wenn sie uns und unsere Entwicklung bzw. die unserer Hunde bremsen.

Warum es keine Angsthunde gibt

Schubladen bremsen die Entwicklung unserer Hunde, wenn wir sie als stetige Ausrede und limitierenden Faktor wahrnehmen. Selbstverständlich formt die Vergangenheit unserer Hunde ihr Verhalten und ihre emotionale Bewertung verschiedener Situationen.

Doch eines müssen wir uns immer vor Augen halten: Das Gehirn ist lernfähig, lebenslang! Festzustellen, dass der eigene Hund ängstlich auf fremde Menschen reagiert, weil er in der Vergangenheit misshandelt wurde ist wichtig. Feststellen, was ist. Im Anschluss an die Feststellung sollte überlegt werden wie dem Hund emotional als auch rational geholfen werden kann. Welche Trainingstechniken können dem Hund helfen Ängste abzubauen. Parallel dazu sollten neue Lösungsstrategien mit dem Hund entwickelt werden, damit er langfristig weiß wie er sich in diesen Situationen verhalten kann, um sich sicher zu fühlen und nicht in Angst zu versinken.

Für mich gibt es keine Problemhunde, Angsthunde, dominante Hunde, unerziehbare Hunde, Hunde die immer gestresst sind, Hunde mit denen XY niemals gehen wird. Für mich gibt es Hunde, die lernen können und wollen! Hunde mit besonderen Bedürfnissen, hochsensible Hunde, Hunde die ihre Traumata aus der Vergangenheit verarbeiten müssen und können.

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Gemeinsam statt Einsam

Stehst du oft allein in Wald und hast das Gefühl dein Hund hat dich vergessen? Wünscht du dir mehr Aufmerksamkeit, um die gemeinsame Zeit mehr genießen zu können?

In diesem Minikurs bekommst du meine 4 wichtigsten Übungen für mehr Aufmerksamkeit bei deinem Hund.

Think outside of the box

Unsere Verantwortung als Hundebesitzer besteht darin unseren Hund optimal in seiner Entwicklung zu fördern. Ihn da zu unterstützen und zu schützen, wo er es braucht. Seinen Hund über Jahre mit einem Stempel durch die Welt laufen zu lassen statt ihn in seiner Entwicklung zu unterstützen ist schlicht unfair! 

Ich plädiere dafür, dass wir all unseren Hunden die Etiketten abziehen sollten und ihnen ermöglichen sollten sich entwickeln und entfalten zu können. Sie sollten das gleiche Recht zur persönlichen Entwicklung haben wie wir. Jeder Hund sollte die Möglichkeit bekommen, das allein sein entspannt zu erlernen. Jeder Hund sollte die Möglichkeit bekommen zu lernen, dass die Umwelt nicht nur Stress bereit hält, fremde Menschen nicht immer gefährlich sind, dass sie sich bei ihrem Menschen sicher fühlen können und das sie Kontrolle über die schwierigen Situationen ihres Lebens haben.

Um dieses Ziel zu erreichen bedarf es eine Portion Intuition, Empathie und Wissen über Trainingstechniken und Lernformen von Säugetieren. Was es nicht braucht sind weitere Stempel, Rudelführer oder Überforderung. 

Ermögliche es deinem Hund Fortschritte zu machen, die Umwelt zu erkunden, Stress zu reduzieren und einfach glücklicher zu sein. Bedenke immer, dein Hund hat sich dieses Leben nicht ausgesucht. Du hast es für ihn entschieden, hilf ihm sich in dieser Welt zurecht zu finden.

Weshalb du auch an dir arbeiten solltest

Jeder Hund ist nur so gut wie sein Trainer. Sein Trainer bist du! Je mehr Wissen du dir in Bezug auf deinen Hund aneignest, desto besser wirst du ihn einschätzen und unterstützen können. Es ist ok, nicht alles zu wissen. Es ist auch ok irgendwann mal überfordert zu sein. Wichtig ist, was wir daraus machen. Wir können resignieren, das macht jedoch nichts auf der Welt besser. Oder wir packen es an, bilden uns weiter, entwickeln uns weiter, werden stärker und können unseren Hund so immer besser stützen.

Zu sagen, ein Hund zeigt ein Verhalten nur, weil die Bezugsperson unsicher ist halte ich für Schwachsinn. Am Ende haben beide Seiten an der Leine Lernerfahrungen gemacht die sich in dem entsprechenden Verhalten äußern. Jedoch kann diese Gruppendynamik zwischen Mensch und Hund das Training oder den Alltag zusätzlich erschweren. Hier hilft es sich Hilfe von außen zu holen. Hilfe, die den Menschen und den Hund unterstützt. Damit man als Team gemeinsam wachsen kann.

Dieser Weg kann steinig sein, anstrengend und von Hindernissen geprägt. Doch es lohnt sich ihn zu gehen, gemeinsam.

"Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten."

BUDDHA