Der Hund von Hundetrainerin Tina Schwarz sucht seine Lieblingsleckerli aus

25. Mai 2022

Einsatz von Futter und Leckerli im Training

Futter und Leckerli im Training – ein viel diskutiertes Thema

Anzeige & Gastblogartikel | Viele Hundebesitzer setzen im Training Leckerli und Futter zur Bestärkung und Belohnung ein. Andere verzichten komplett auf die Belohnung mit Futter, da sie darin eine Art Bestechung sehen. Wie viele andere Themen im Bereich Hundeerziehung und -fütterung ist dies ein viel und kontrovers diskutiertes Thema. Kaja von Tales & Tails hilft dir in diesem Gastblogartikel dabei, mehr Klarheit in dieses Thema zu bringen.

Wann kann ich Futter und Leckerli im Training einsetzen?

Generell lässt sich sagen, dass auch das Thema von Futter und Leckerli im Training – wie viele andere Themen - nicht per se mit ja oder nein beantwortet werden kann. Denn wie es so oft heißt im Leben – gilt auch bei diesem Thema: Es kommt drauf an.
Und zwar auf die jeweilige Situation, die äußeren Umstände, auf den Trainingsfortschritt und natürlich auf den Hund selbst.

Hast du beispielsweise einen Hund, der sich mit Futter oder Leckerli überhaupt nicht motivieren lässt oder den Futter einfach nicht so richtig interessiert, dann fällt diese Art der Belohnung für dich unter Umständen komplett weg oder kann nur selten eingesetzt werden. 

Genauso kann es aber auch andersherum sein: Hast du einen Hund, der schon beim kleinsten Anblick von Leckerli überdreht oder aufgeregt wird, dann kann dies das Training massiv stören. 

Für diese beiden Arten von Hunden kann es sich lohnen verschiedene Leckerchen zu testen. Vielleicht lässt sich für den wählerischen Hund doch noch ein ganz besonderes Leckerli finden, welches ab und zu zu Trainingszwecken eingesetzt werden kann und vielleicht findest du für deinen ganz besonders gierigen Hund trotzdem etwas wobei er sich nicht ganz so sehr aufregt. Dies könnte statt einem saftigen Leckerchen vielleicht ein Stück Obst oder Gemüse sein.

Neben den Vorlieben des Hundes kommt es außerdem auf den Trainingsfortschritt an. Soll dein Hund ein ganz neues Signal oder einen Trick lernen, dann wirst du ihn bestimmt zu Anfang öfter belohnen und auch für kleine Fortschritte schon ein Leckerli geben. Sitzt das Signal oder der Trick schon sicher, dann muss sicherlich nicht jedes Mal wieder belohnt werden, sondern nur so viel und so oft, dass dein Hund motiviert bleibt und es sich weiterhin für ihn lohnt.

Weiterhin sollte die jeweilige Situation mit in Betracht gezogen werden. Wenn dein Hund ein Signal in vertrauter Umgebung sicher beherrscht, dann wirst du dies nicht mehr jedes Mal mit Futter belohnen müssen. Führt er das gleiche Signal aber in neuer Umgebung oder unter großer Ablenkung durch, dann kann es durchaus Sinn machen deinen Hund öfter zu belohnen. Beherrscht er das „Sitz“ normalerweise perfekt und führt es immer zuverlässig aus, dann können auch lobende Worte reichen. Hat er aber zum Beispiel auf dein Signal „Sitz“ gemacht, obwohl ein Reh über euren Weg gelaufen ist, welchem er nur zu gern hinterhergerannt wäre, dann darf dies auf jeden Fall durch Leckerli bestärkt werden.

Wann sollte ich keine LEckerli oder Futter einsetzen?

Du solltest über die Gabe von Leckerli und Futter nachdenken, wenn du diese immer einsetzen musst, damit dein Hund ein Signal, welches eigentlich sicher beherrscht wird, nur ausführt, wenn du ihm vorher zeigst, dass es dafür Futter gibt. 

Hier wurde wahrscheinlich im Training vorher das Leckerli zur falschen Zeit eingesetzt. Es ist daher ganz wichtig, dass du die Belohnung immer erst nach Ausführung der Aufgabe gibst und nicht vorher. Genauso wichtig ist es im Trainingsverlauf, dass es bei sicheren Signalen nicht jedes Mal Futter gibt. Du kannst hier auch durch Worte, mit einem Spiel, einer Streicheleinheit oder etwas anderem belohnen, was dein Hund in dem Moment gern machen oder haben möchte.

Worauf ist zu achten bei der Wahl der Belohnung?

Auch hier gibt es ein paar Regeln zu beachten: Zum einen muss die Belohnung deinem Vierbeiner natürlich schmecken, denn sonst nützt das beste Futter nichts. 

Neben dem Geschmack ist aber auch die Größe ein entscheidender Faktor, denn unter Umständen möchtest du nicht, dass dein Hund sehr lange auf dem Leckerli kaut, sondern schnell und einfach im richtigen Moment belohnt werden kann. Daher eignen sich oftmals kleinere Leckerli besser als zu große. 

Es gibt aber auch Situationen in denen eine größere oder längere Belohnung durchaus Sinn macht. Bleibt dein Hund beispielsweise grade gelassen, obwohl andere Hunde vorbeilaufen, bei denen er sich normalerweise aufgeregt hätte, dann kann er während dieser Zeit auch gern etwas länger auf einem Leckerli kauen. Eine größere Belohnung kann also für ganz besondere Leistungen oder ganz besonders schwierige Situationen eingesetzt werden. Unsere Hunde sind in der Regel so clever, dass sie sich ganz genau merken können für welches Verhalten es eine ganz besondere Belohnung gibt.

Auch auf die Qualität der Leckerli solltest du achten. Natürlich ist es nicht schlimm, wenn dein Hund ab und zu mal etwas „Ungesundes“ bekommt. Wir selbst gönnen uns ja auch ab und zu Chips und Schokolade. 

Aber wenn du viel mit deinem Hund trainierst und er dementsprechend oft belohnt wird, dann sollte die Qualität der Belohnung stimmen. Achte hierfür am besten auf die Zusammensetzung und vermeide insbesondere Dinge wie Zucker in den Leckerli. Generell lässt sich sagen, dass eine kurze Zutatenliste meist von einer höheren Qualität zeugt. Dies hat zudem auch den Vorteil, dass du schnell erkennen kannst was drin ist, falls dein Hund eine Allergie oder Unverträglichkeit hat. 

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Wenn du regelmäßig mit deinem Hund trainierst, dann kann es leicht passieren, dass dein Hund eine deutlich größere Menge an Futter zu sich nimmt als er benötigt. Einige Hunde neigen dann schnell zu Übergewicht. Damit dies nicht passiert, solltest du die Futterration entsprechend verringern. 

Wenn du deinen Hund mit Trockenfutter fütterst und er dieses auch im Training gut annimmt, dann kannst du einfach einen Teil der Futtermenge fürs Training verwenden. 

Lässt sich dein Hund auch mit Gemüse wie zum Beispiel Karotten motivieren, dann ist dies ebenfalls eine gute Möglichkeit um ein paar Kalorien beim Training einzusparen. 

Fazit

Leckerli und Futter sind – richtig eingesetzt – eine gute Möglichkeit beim Training mit deinem Hund. Das bedeutet natürlich nicht, dass du diese zwangsweise einsetzen musst. Hat dein Hund mehr Spaß daran, wenn er über ein Spiel, eine Streicheleinheit oder etwas anderes belohnt wird, dann ist dies für dich die bessere Wahl. 

Generell gilt: Das richtige Timing ist der Schlüssel zum Erfolg bei der Belohnung mit Futter. Damit dein Hund freudig mitarbeitet und nicht nur gelockt durch das Leckerchen Signale ausführt, ist der Zeitpunkt der Futtergabe entscheidend. 

Damit euer Training generell abwechslungsreich und spannend bleibt, solltest du immer mal zwischen den Belohnungen wechseln. Hier kannst du je nach Situation, Art der Übung und Schwierigkeitsgrad Futter, Leckerli, ein Spiel, lobende Worte oder eine Streicheleinheit einsetzen. 

Leckerli und Futter haben also durchaus ihre Berechtigung im Hundetraining, sollten aber immer sinnvoll und gezielt eingesetzt werden.

BLOGARTIKEL #52


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