WAS DU BEIM SPIELEN MIT DEINEM HUND BEACHTEN SOLLTEST

28. Februar 2018

Was gibt es schöneres, als mit seinem besten Freund zu spielen. Ich liebe es mit meinen Hunden zu spielen. Seid ich weiß, was zu einem guten und ausgeglichenen Spiel dazu gehört haben meine Hunde deutlich mehr Freude daran. Chouky spielte früher kaum mit mir, nach unseren Startschwierigkeiten hat er es geliebt.

Um zu Spielen braucht es Vertrauen

Hattest du schonmal richtig Bock auf eine Runde Twister während du auf dem Zahnarztstuhl liegst? Nein? Komisch 🙂 

Am meisten Freude bereiten uns Spiele, wenn wir dabei richtig ausgelassen sein können. Lauthals lachen, sich authentisch bewegen und auch mal etwas übertreiben. Sich derart gehen zu lassen funktioniert nur in einem Umfeld in dem wir uns gut fühlen. In einem Umfeld, welches uns Sicherheit bietet. Genauso geht es unseren Hunden. Je besser und sicherer sie sich fühlen, desto ausgelassener können sie spielen. Jungen Hunden fällt dies oft etwas leichter. Unter einigen Vorraussetzungen kann dein Hund kaum bis gar nicht spielen. Einfach, weil andere Dinge in dem Moment deutlich wichtiger sind. Spielen fällt deinem Hund schwer, wenn...

  • dein Hund Angst hat
  • dein Hund Schmerzen hat
  • deine Körpersprache unklar ist
  • Spiel oft mit Stress und Streit verbunden ist
  • die Umwelt zu aufregend ist

Manchmal haben unsere Hunde auch einfach keine Lust mit uns zu spielen. Hin und wieder geht es uns ja genauso, daher sollte man es jedem Hund zugestehen, wenn er nicht mitspielen möchte.

Du siehst, es gibt einige Vorraussetzungen für ein harmonisches freudiges Spiel. Spielt dein Hund nicht mit, er wird zu aufgeregt oder grob, er bricht das Spiel schnell ab oder sichert sofort das Spielzeug? Dann solltest du die obigen Punkte genauer beleuchten.

Wie sieht ein harmonisches Spiel unter Hunden aus?

In einem harmonischen Spiel unter Hunden kann man einige Zeichen beobachten. Wenn diese Zeichen gegeben sind spielen die Hunde in aller Regel sehr entspannt und freudig miteinander. In einigen Ausnahmefällen kann es auch ein harmonisches Spiel geben, obwohl ein oder zwei der Zeichen nicht zu sehen sind. Dies ist in engen Hundefreundschaften der Fall, in denen das Spiel stark ritualisiert ist und die Hunde bevorzugte Rollen einnehmen. An den folgenden 5 Zeichen kannst du erkennen, ob die Hunde tatsächlich entspannt spielen, oder das Ganze eher ein Konflikt ist.

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Gemeinsam statt Einsam

Stehst du oft allein in Wald und hast das Gefühl dein Hund hat dich vergessen? Wünscht du dir mehr Aufmerksamkeit, um die gemeinsame Zeit mehr genießen zu können?

In diesem Minikurs bekommst du meine 4 wichtigsten Übungen für mehr Aufmerksamkeit bei deinem Hund.

Die hunde wechseln sich ab

In Rennspielen ist mal der eine, dann der andere der Hase. Wenn Hunde balgen ist mal der eine, dann der andere der Stärkere. Im Spiel findet ein stetiger Wechsel der Rollen statt.

Die hunde nehmen sich zurück - Self-handicapping

Ein Schäferhund kann mit einem Chihuahua spielen. Vorraussetzung hierfür ist, dass sich der Schäferhund in seiner Kraft zurück nimmt. Im besten Fall legt er sich sogar hin. Bei Rennspielen ist es ähnlich. Ein Windhund und ein Bassett können ganz hervorragend miteinander spielen, wenn der Windhund seine Geschwindigkeit drosselt. Sich zurück nehmen bedeutet ebenfalls, dass keiner quiekt, weil der andere gezwickt hat. Die Hunde passen ihre Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer aneinander an.

Die Bewegungen sind weich

Die Bewegungen der Hunde sollten möglichst die ganze Zeit weich sein. Die Muskeln wirken entspannt, die Bewegungen sind rund. Zackige Bewegungen der Rute oder des ganzen Körpers deuten auf ein unentspanntes Spiel, oder bereits einen Konflikt hin.

Die körper befinden sich häufig parallel zueinander

Je paralleler die Hunde sich zueinander befinden, desto besser. Richten sie ihre Körper frontal zueinander aus werden sie angespannter und das Spiel droht zu kippen. Besonders bei Zerrspielen kann man die Parallelität gut beobachten. Oft sind die Hunde sehr frontal zueinander ausgerichtet, das ist ein Streit. Sind die Körper parallel zueinander ziehen sie meist ganz sanft an dem Zerrspielzeug.

Sie machen Pausen

Ca. alle 60 - 90 Sekunden machen Hunde eine kurze Spielpause. In dieser Pause sichern sie sich gegenseitig ab, dass es sich noch um Spiel und nicht Ernst handelt. Diese Pausen sind enorm wichtig, um dem Hund Sicherheit und Kontrolle zu geben. Ohne diese Pausen entsteht schnell Angst und das Spiel droht zu kippen. Außerdem steigt die Erregung oft sehr schnell an, wenn es zu wenig Pausen gibt.

Wenn du diese Zeichen in einem Spiel beobachten kannst wirst du sehen, wie harmonisch und ausgelassen die Hunde miteinander spielen. Dein Hund kann das ein oder andere nicht? Dann unterstütze ihn dabei. Du kannst Pausen setzen durch Futtersuchen, die Erregung durch Pausen senken, deinen Hund mittels Schleppleine sanft ausbremsen und ihn stimmlich bestärken, wenn er besonders schön spielt.

Doch weshalb sind diese Zeichen wichtig, wenn wir mit unseren Hunden spielen?

Wünscht du dir mehr Freude mit deinem Hund? Dann habe ich etwas für dich. Nimm Teil an der Challenge. Ich zeige dir in 5 Tagen 5 neue Belohnungen mit Futter und Spielzeug.

Hebe euer Training auf ein neues Level und schaffe euch mehr Freude.

Wie du mit deinem Hund spielen kannst

Die oben genannten Spielzeichen kannst du auf dein Spiel mit deinem Hund übertragen. Das solltest du sogar, denn dann macht das Spiel deinem Hund noch mehr Freude. Je netter wir uns im Spiel verhalten, desto schöner wird es. Übrigens ist es egal wer das Spiel beginnt oder beendet. Wenn du Lust hast mit deinem Hund zu spielen biete es ihm an. Wenn dein Hund dich um ein Spiel bittet kannst du ebenso darauf eingehen, wenn du magst. 

Hat dein Hund keine Lust mehr zu spielen? Ok. Du möchtest das Spiel beenden? Auch ok, denke jedoch daran deinen Hund entspannt aus dem Spiel zu führen. Wie das geht? Dazu gleich mehr. Vorerst möchte ich dir zeigen, wie du die Spielzeichen auf dein Spiel mit deinem Hund übertragen kannst.

Dein hund ist der Gewinner

Ich lasse meine Hunde immer gewinnen. Daher wechseln wir uns weniger ab. Ich bin einfach der geborene Verlierer, kampflos gebe ich natürlich nicht auf. Doch vor allem bei Zerrspielen lasse ich irgendwann immer los und mein Hund zieht triumphierend davon. Warum ich das so mache? Weil es meinen Hunden so am meisten Freude bereitet. Und das ist es was ich möchte, freudige Hunde.

Self-Handicapping

Es ist für mich enorm wichtig, dass sich meine Hunde im Spiel mit mir zurück nehmen. Sie sind deutlich schneller, stärker und wendiger als ich. Tatsächlich liegt mangelnde Selbstkontrolle meiner Hunde oft an einem zu hohen Erregungsniveau. Wenn ich merke sie übertreiben beginne ich die Situation wieder zu entspannen. Das geht zum Beispiel mit einem konditionierten Entspannungswort, einer Futtersuche oder einem anderen Verhaltensangebot.

Bewege dich fließend

Weiche Bewegungen sind nicht nur unter Hunden ein Indiz für ein entspanntes Spiel. Auch du solltest dich fließend bewegen. In einem Zerrspiel zum Beispiel kannst du die gesamte Zeit deine Knie etwas gebeugt lassen und so weich hin und her ziehen. In einem Körperbetonten Spiel mit deinem Hund sind weiche Bewegungen besonders wichtig.

Parallelität ist alles!

Tatsächlich ist dies mein absoluter Geheimtipp für dich. Bewege dich parallel zu deinem Hund. Wenn du mit ihm zergelst kannst du deinen Oberkörper seitlich ausrichtet, statt frontal zu deinem Hund zu stehen. Probiere es aus und du wirst sehen, welch enorme Wirkung das auf euer gemeinsames Spiel hat. Chouky brach unsere Spiele immer sofort ab, wenn ich mich frontal hingestellt habe. Oftmals sind die Hunde gehemmt, brechen das Spiel schnell ab oder steigen enorm in ihrer Erregung an wenn ihr Mensch frontal zu ihnen steht. Einfach mal den Oberkörper etwas wegdrehen wirkt oft Wunder.

Durchatmen

Und das ist mein zweiter Tipp mit super Wirkung für dich. Denke an die Spielpausen. Du kannst alle 60 Sekunden das Zerrspielzeug loslassen, du wirfst nur ein- bis zweimal den Ball, du beendest körperbetonte Spiele nach dieser Zeitspanne. Wenn du die Pausen nicht gewährleistest wird die Erregung in deinem Hund enorm steigen und das Spiel artet in Stress aus.

Wenn du auf diese Zeichen auch bei dir achtest wird dein Hund mehr Freude mit dir haben und vermutlich ausgelassener spielen können. Nun bleibt noch die Frage offen, wie du das Spiel mit deinem Hund wieder beenden kannst. Am schönsten ist es, wenn euer Spiel eine nette Erregungskurve hat. Sie steigt langsam an wenn ihr mit dem Spiel startet. Im Spiel ist sie an ihrem Höchstpunkt. Mittendrin geht sie etwas runter durch eure Spielpausen. Und nun kommt das, was oft vergessen wird. Die Erregungskurve muss wieder nach unten. Auch das gehört zu einem schönen Spiel dazu. Einfach Schluss und weg wird nicht funktionieren, dein Hund wird noch eine ganze Zeit aufgeregt sein. Mit folgenden Strategien kannst du die Erregung deines Hundes wieder senken.

  • du sagst dein konditioniertes Entspannungssignal
  • du endest mit einer kleinen Trickeinheit
  • du spielst ein 10 Leckerli Spiel
  • du wirfst eine Futtersuche
  • du überlässt deinem Hund das Spielzeug und er beschäftigt sich allein weiter

Im Anschluss daran folgt dein Pausesignal. Dein Pausesignal sagt deinem Hund, dass die Interaktion mit dir nun beendet ist und er sich wieder seiner Umwelt widmen kann. Mein Pausesignal ist "Fertig". Dazu zeige ich meine leeren Hände. Das mache ich immer dann, wenn ich eine andauernde Interaktion mit meinen Hunden beende (Spielen, Training, Rückruf, Kuscheln,...). So reduziere ich den Frust bei meinen Hunden und schaffe eine klare Erwartungshaltung. Sie wissen wann sie bestimmte Dinge erwarten können und wann nicht.

Wenn du auf die Spielzeichen bei dir und deinem Hund achtest, die Erregungskurve zum Ende senkst und ein Pausesignal integrierst steht einem tatsächlich ausgelassenen und harmonischen Spiel nichts mehr im Weg. Ich freue mich sehr darüber, wenn du mir einen Kommentar zu deinen Erfahrungen im Spiel mit deinem Hund hinterlässt.


Bis bald, deine Tina