Podcast #144: Gewaltfreies Hundetraining – Ablehnung bedeutet Schmerz

Gewaltfreies Hundetraining stärkt eure Hund-Mensch-Beziehung. Doch es ist für mich nichts Neues, dass gewaltfreies Hundetraining und der respekt- und liebevolle Umgang mit Hunden, belächelt und abgewertet wird. Deshalb habe ich das Thema gewählt: Gewaltfreies Hundetraining: Ablehnung bedeutet Schmerz.

Unlängst habe ich in einem Beitrag in einer meiner Gruppen von einer Teilnehmerin gelesen, deren Mann meinte, dass dieser „FengShui-Kurs für Hunde“ wohl doch nichts bringe.
Ich fühle mich davon nicht mehr persönlich angegriffen oder betroffen und doch machen mich solche Sätze traurig. Es macht mich traurig, weil dieser kurze Satz so viel über den Menschen aussagt, der ihn ausspricht. Über unsere Gesellschaft aussagt. Und weil dieser Satz auch etwas mit den Menschen macht, die ihn zu hören bekommen.

Du erfährst in dieser Podcastfolge:

  • Was sich alles hinter solchen Sätzen verbirgt
  • Warum Abwertung Schmerz bedeutet
  • Wie du es schaffst, dich von solchen Sätzen nicht ausbremsen zu lassen
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Was also steckt alles in einem Satz drin, der abwertet, dass wir freundlich mit unserem Hund umgehen möchten? Und dass wir ebenso freundlich mit uns und mit anderen Menschen umgehen möchten?

Ganz oft verbirgt sich dahinter ein Versperren vor Veränderungen. Gedanken und Sätze, wie: „Das haben wir immer so gemacht.“ Oder auch: „Das hat ja bisher auch immer gut funktioniert.“ Diese Gedanken sind Trugschlüsse. Denn es gab ja ursprünglich mal einen Grund, etwas ändern zu wollen. Dazu braucht es dann aber auch die Bereitschaft, Dinge zu verändern. Vor allem auch bei sich selbst.


"Denn du weißt:
Jede Veränderung deines Hundes beginnt bei dir."


Das heißt nicht, dass das immer leicht ist. Denn Veränderungen bedeutet auch immer Dinge loszulassen, hinzuschauen und sich auch mal etwas einzugestehen. Veränderungen bedeutet ehrlich zu sein. Vor allem zu sich selbst.
Wenn wir nicht ehrlich sind und uns selbst und anderen immer wieder Geschichten erzählen, dann werden wir keine tiefgreifenden Veränderungen bewirken können.


"Ehrlichkeit ist für mich so ein hoher Wert. Es ist einer der Werte, die ich immer mehr leben möchte."


Doch ganz oft herrscht auch die Erwartungshaltung, dass sofort eine Verbesserung eintreten muss. Sonst ist das Training oder die Veränderung wertlos – sie funktioniert ja nicht.

Wir können ja gar nicht das gleiche Ergebnis erwarten, wenn wir an eine Sache oder eine Herausforderung ganz anders herangehen. Ein neuer Weg benötigt auch neue Schritte. Und wird dir neue, andere Ergebnisse bringen. Genau deshalb möchtest du doch die Veränderung. Weil du nicht mehr das gleiche Ergebnis haben möchtest. Hier steckt manchmal auch der Glaubenssatz „Wer bin ich denn, dass ich mir erlauben darf, anders zu leben?“ dahinter.

Warte nicht, bis die Menschen um dich herum, etwas in ihrem Leben ändern, bevor du auch etwas änderst. Denn dann verschwendest du kostbare Zeit. Warte nicht darauf, dass alle Menschen um dich herum verstehen, warum du etwas ändern möchtest. Wenn du dir Veränderung wünschst, dann gehe los und verändere etwas.


"Sei ein Pionier oder eine Pionierin und gehe einfach los."


Was mich besonders traurig macht, wenn abwertend über gewaltfreies Hundetraining gesprochen wird, ist, was das über unsere Realität aussagt. Und über die Realität des Menschen, der das gesagt hat. Denn leider ist es manchmal so: Ablehnung bedeutet Schmerz. Und das möchten wir natürlich umgehen.

Viele Menschen leben in der Überzeugung, dass Vieles nur über Druck und Zwang erreicht werden kann. Nicht nur in der Hund-Mensch-Beziehung, sondern auch in Mensch-Mensch-Beziehungen. Viele Menschen leben in dem Glauben, dass sich das Leben nunmal schlecht anfühlt, dass immer der Stärkere gewinnt, dass es immer nur einen Gewinner geben kann und der Verlierer muss sich damit abfinden, dass es sich schlecht anfühlt.

All diese Überzeugungen sind eine Lüge, die wir uns erzählen, um in unserer Komfortzone bleiben zu können. Um uns von Veränderungen abzuhalten und vor allem, um uns davon abzuhalten, uns unsere Themen anzuschauen. Denn hier könnte etwas Unangnehmes auf uns warten. Abwertung bedeutet Schmerz. Und davor möchte uns unser Unterbewusstsein schützen.


"In jedem von uns schlummern Themen,
Erfahrungen und Erlebnisse."


Gewaltfreies Hundtraining ermöglicht dir ein harmonisches Leben mit Hund. In deiner Komfortzone zu bleiben und nichts zu verändern ist natürlich erstmal der einfachere und bequemere Weg. Allerdings nicht für deinen Hund und auch nicht für dein Umfeld. Denn in dem Moment, in dem du wählst, alte Verhaltensmuster beizubehalten, gibst du dir die Erlaubnis, dass alles, was sich an emotionalem Müll bei dir angesammelt hat, bleiben darf. Und du dir das nicht angucken musst. Dadurch reagierst du in aber auch in bestimmten Situationen unangemessen und gibst deinen Schmerz an dein Umfeld weiter. Weil du nicht bereit bist, dir deine Themen und deinen Schmerz anzuschauen.

Bei Menschen untereinander ist es oft so, dass der Schmerz weiter und weiter vom Nächsten zum Nächsten gegeben wird. Viele unserer Hunde fressen es aber in sich hinein, wenn wir uns in bestimmten Situationen unangemessen verhalten, weil wir uns unsere Themen nicht anschauen wollten. Hunde haben ihre eigenen Themen und es ist nicht ok, ihnen auch noch unsere ungelösten Themen aufzulasten, aus Angst Schmerzen durch Ablehnung anderer zu erfahren.


"Es ist nicht ok, dass wir unseren Schmerz an unseren Hunden auslassen. Dass wir ihn an unsere Hunde weitergeben.
Nur, weil sie es ertragen."


Unsere Realität ist so, wie wir sie uns erschaffen. Natürlich in dem Rahmen, den uns unsere Welt bietet. Doch ist dieser Rahmen so viel weiter und größer, als du jetzt gerade glaubst.
Immer wenn du dich bei Gedanken ertappst, wie „Der muss doch jetzt mal ...!“oder „Das funktioniert ja eh nicht.“ Dann weißt du jetzt, dass da ein Schmerz aus dir spricht, der gesehen werden möchte. Und du entscheidest, ob du ihn dir anschaust und für dich löst, um ihn nicht weiter in deinem Leben mitzuschleifen. Oder ob du wegschaust und den Schmerz aus Angst vor Ablehnung und Abwertung weiterreichst.

Vielleicht kennst du auch den Spruch: „Jeder hat sein Päckchen oder seinen Rucksack zu tragen.“ Die meisten Menschen stopfen immer mehr an emotionalem Ballast in ihren Rucksack rein. Und ächzen und keuchen unter dem Gewicht.

Ablehnung bedeutet Schmerz – aber: Es liegt an dir, aus dem vollgepackten Rucksack ein kleines, leichtes und gut sortiertes Täschchen zu machen. Indem du dir deine Themen Stück für Stück anschaust. Indem du Veränderungen bewusst zulässt und neue Wege gehst. Denn du hast es verdient mit leichtem Gepäck durch dein Leben zu reisen. Dein Umfeld und vor allem dein Hund hat es verdient, dass du nicht deinen Ballast weiterreichst, sondern in der Lage bist, liebevoll mit ihnen umzugehen. Ihr werdet beide gemeinsam von neuen Wegen profitieren, denn positives Hundetraining stärkt eure Hund-Mensch-Beziehung.

"Schau dir deine Themen an. Habe Verständnis für dein Umfeld. Und schau doch mal, wie du Selbstliebe und Respekt dir gegenüber, deinem Hund gegenüber, deinem Umfeld und der ganzen Erde gegenüber in dein Leben integrieren kannst."



Das könnte dir auch helfen!