April 1

PODCAST #109: WELCHEN EINFLUSS HAT FRUST AUF DAS VERHALTEN DEINES HUNDES

Es ist unglaublich was ein Ortswechsel bewirken kann. Seit ca. einer Woche sind wir nun mit dem Camper im Süden Spaniens unterwegs und Viserio scheint wie ausgewechselt zu sein. So ganz stimmt das nicht. Er ist immer noch Viserio. Doch ist er aktuell deutlich entspannter, als sonst. Woran das liegt? Definitiv spielt Frust, bzw. die Abwesenheit dessen eine große Rolle. Impulskontrolle und Frustrationstoleranz, zwei Fähigkeiten die uns und unseren Hunden häufig in enorm hohem Maß abverlangt wird. Frust gehört zum Leben dazu, doch sollte das Leben frustrierend sein?

In dieser Podcastfolge erfährst du: 

  • Was ist der Unterschied zwischen Frustrationstoleranz und Impulskontrolle?
  • Wie kannst du die Frustrationstoleranz deines Hundes stärken.
  • Warum wir oft nicht für diese Welt gemacht sind.
  • Wie sich Viserio verändert, wenn sich Frust reduziert.

"Ich mache mir bewusst, wie viel mein Hund jeden Tag aushalten muss."


Zwischen Impulskontrolle und Frustrationstoleranz gibt es einen Unterschied. Impulskontrolle bedeutet nicht gleich dem ersten Impuls nachzugeben. Als Beispiel: Dein Hund sieht ein Reh, bleibt aber erst einmal stehen. Er geht nicht dem ersten Impuls des Hetzens nach. Frustrationstoleranz ist das, was er danach braucht. Wenn dein Hund das Reh weglaufen sieht und diese Situation aushält,  erfordert Frustrationstoleranz. Dieser Unterschied ist wichtig für dich zu wissen, denn auch, wenn seine Impulskontrolle hierfür ausreicht, bedeutet das nicht zeitgleich, dass du ihn zu lange in dieser Situation lassen solltest.

Frust entsteht immer da wo dein Hund etwas nicht haben oder machen darf. Aber auch dann, wenn du seine Bedürfnisse vielleicht gerade nicht erkennst. Natürlich gehört Frust auch zum Leben dazu. Wir können nicht immer das haben oder machen, wonach uns gerade der Sinn steht, da es noch andere Lebewesen in unserem Umfeld gibt. Hunde haben häufig bereits eine sehr hohe Toleranzgrenze. Anforderungen oder Situation, die für uns alltäglich und sind, sind für deinen Hund wahrscheinlich nicht selbstverständlich. Wir verlangen oft sehr viel von unseren Hunden, egal ob es für die Sinn ergibt oder nicht.  Schaue einmal ganz bewusst hin, wie viel dein Hund jeden Tag aushalten muss. Autos, Fahrräder, Trennungszeiten, Wildbegegnungen, Gerüche, Geräusche, Einschränkungen, etc. Wenn du dir das einmal bewusst gemacht hast, dann veränderst du vielleicht auch die Sicht auf die Situationen, die für deinen Hund schwierig sind.


"Der Charakter meines Hundes ist wunderschön."


Die Frustrationstoleranz ist deinem Hund zu einem großen Teil in die Wiege gelegt worden. Ihre Ausprägung zählt zu dem individuellen Charakter deines Hundes. Durch gezieltes Training ist es möglich, die Toleranz zu erhöhen, das heißt jedoch nicht, dass du ihn verändern kannst oder solltest. Vielmehr darfst du ihm helfen und ihn stärken.

Wichtig beim trainieren der Fsrustrationstoleranz ist es, den Frust nicht durch weiteren Frust zu verstärken, um deinen Hund dann zu strafen. Durch frustarmes Training kannst du die Fsrustrationstoleranz langsam verlängern.. Das bedeutet bedeutet, dass du deinen Hund für gutes Verhalten während des Wartens belohnst, möglichst bevor er unerwünschtes Verhalten zeigt. Das kannst du durch eine gute Belohnungsrate, also in welcher Geschwindigkeit es die nächste Belohnung gibt, sehr gut lösen. So lernt dein Hund immer länger ruhig zu bleiben. Später kannst du die Belohnungsrate verringern und variabler gestalten.Die Belohnung erfolgt in unterschiedlich langen Zeiten (z.B. nach 1,2 oder 3 Sekunden). Neben dem Training ist es auch wichtig, dass bei dir und deinem Hund erst gar nicht so viel Frust entsteht. Du sollest dir und deinem Hund nur soviel zumuten, wie wirklich nötig ist. Stecke hier deine Energie lieber in für dich wichtige Situationen und löse nicht so wichtige mit gutem Management. 


"Es ist einfach der Wahnsinn zu sehen, wie das alles von ihm abfällt."


Ich möchte nochmal am Beispiel Viserio erklären welchen Einfluss Frust auch auf deinen Hund haben kann. Visi ist ein krasses Beispiel. Er ist zu Hause durchaus ängstlich und schnell gestresst. Bei ihm lösen sehr viele Situationen Stress aus. Es stresst ihn wenn, er an der Leine laufen muss, er nicht zu anderen Hunden darf, dass er nicht jagen darf, dass er in der Wohnung andere Hunde aus dem Hausflur und von der Straße hört, wenn wir essen und wenn er nicht rennen kann. Und das jeden Tag. Die Frustmomente warten daher in fast jeder Stunde unseres Alltags. Wir hatten im vergangenen Jahr scheinbar kaum Fortschritte verbuchen können. Nun sind wir eine Woche in Spanien und die Erfolge zeigen sich doch. Er ist aktuell deutlich entspannter, als üblich. Unser Training  zu Hause zahlt sich nun aus. Hier ist mir bewusst geworden, wie viel Stress und Frust der normale Alltag mit sich bringt. Es ist der Wahnsinn zu sehen, wie der ganze Frust von ihm abfällt. 


"Wir sollten zufrieden auf unser Leben zurück blicken können"


Wage ein Experiment. Schau in welchen Momenten du oder dein Hund frei sein könnt. Und dann versuche genau diese Momente mehr in euren Alltag zu integrieren. Das ist nicht immer einfach und deshalb auch so wichtig! Nimm dir Zeit und Gedanken um es umzusetzen. Frust gehört zum Leben dazu, doch es sollte nicht frustrierend sein. Wir sollten zufrieden auf unser Leben zurück blicken können.

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Tags

Aggression, Aggressionsverhalten, Angst, Begegnungstraining, Frust, Trennungsstress


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