DAS HARMONIE REZEPT FÜR MENSCHEN MIT HUNDEN

13. März 2018

Ja du hast recht, die Überschrift klingt etwas komisch. Kann es das allgemeine Rezept für eine harmonisches Mensch Hund Zusammenleben überhaupt geben? Schließlich sind wir doch alles Individuen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Charakterzügen und auch Schwächen. Ich habe mir darüber den Kopf zerbrochen und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es dieses Rezept geben kann. Vorrausgesetzt es geht auf eben diese individuellen Bedürfnisse ein. Genau drei Zutaten sind es, die eine harmonische Beziehung braucht. Mit diesen drei Zutaten  kannst du in ein schönes Leben mit deinem Hund eintauchen.

Akzeptanz

Das ist für mich die wichtigste Zutat von allen. Deshalb steht sie als erstes auf der Rezepteliste. An Akzeptanz fehlt es leider viel zu oft. Nicht nur in Bezug auf unsere Hunde. Im alltäglichen Leben sind wir oft Konflikten ausgesetzt, die auf unzureichender gegenseitiger Akzeptanz beruhen. Doch was bedeutet Akzeptanz überhaupt? Prinzipiell ist Akzeptanz das Gegenteil von Ablehnung. Außerdem verlangt Akzeptanz eine aktive Bereitwilligkeit etwas des Gegenübers anzunehmen und anzuerkennen. Im Gegensatz dazu steht die Toleranz, die eine passive Duldung darstellt.

Wenn wir etwas akzeptieren, nehmen wir es also an und heißen es gut. So gehört ein Verhalten oder eine Leidenschaft unseres Hundes genauso zu unserem Leben wie zu dem Leben unseres Hundes. Wir tolerieren es nicht, wir finden es gut und schaffen es die gleiche Freude darin zu erfahren. Wir stören uns nicht länger an der jagdlichen Passion unseres Hundes. Wir akzeptieren sie mit all ihren Facetten und finden darin ebenso unsere Freude. Wir genießen es, jagdlich ambitionierte Abenteuer mit unserem Hund zu erleben, ihn in seinem Element zu beobachten und zu fördern.

Ebenso akzeptieren wir es, wenn unser Hund eine kleine Couchpotatoe ist. Er ist eben langsamer und liebt es länger zu schlafen. Es geht alles etwas gemütlicher zu. Um zur Akzeptanz zu kommen müssen wir Kompromisse schließen. Unser Hund hat sich nicht bewusst für uns entscheiden können. Anders herum allerdings schon. Erwartungen an den Hund zu stellen ist prinzipiell in Ordnung. Wichtig ist jedoch, wie man reagiert, sollte der Hund die Erwartungen nicht erfüllen können. Dann ist es an der Zeit für den Menschen Kompromisse zu finden. Kompromisse, die die menschlichen Erwartungen noch einigermaßen erfüllen, die aber auch die Bedürfnisse des Hundes akzeptieren.


LESETIPP: Kleine Schritte zu einer grossen Freundschaft

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Gemeinsam statt Einsam

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Als ich mich damals für einen Laborbeagle entschieden habe wusste ich genauestens über den Charakter eines Beagles bescheid. Aktiv, lauffreudig, intelligent, unabhängig, jagdlich ambitioniert. Ich freute mich auf einen aktiven sportlichen Begleiter der meine Joggingrunden verschönert, Bällchen holt und so richtig aktiv ist. Ich bin mit Pablo genau ein Mal joggen gewesen, danach habe ich es gelassen. Mein Beagletier liebt es lange zu schlafen, ausgiebig zu schnüffeln, ohne Eile oder Hektik. Wasser von oben oder unbefestigte Wege sind nicht seine Spezialität. Jagen geht er auch nicht, findet er doof. Pablo erfüllt keinen der typischen Charakterzüge. Er steigt nicht über Stühle und Tische um essen zu klauen, kann super allein bleiben, bellt nicht. Er hat nahezu immer die Ruhe weg. Ich habe ihn so akzeptiert wie er ist und dadurch neue Hobbys und schöne Dinge gewonnen. Ich selbst wurde durch ihn entschleunigt. Auch ich bummel jetzt gern langsam und achtsam durch die Natur. Ich habe mit ihm meine Freude am Tricktraining gefunden. Und joggen gehe ich auch nicht mehr 🙂 Mit Pablo kam auch meine wetterempfindlichkeit. Jetzt sind wir beide Sonnenkinder.

Ich habe ihn so akzeptiert wie er war. Ich hatte meine Erwartungen, war aber nicht frustriert, als er sie nicht erfüllen konnte. Statt dessen fand ich meine Freude darin.

Training

Nach der Akzeptanz muss gut durchdachtes Training folgen. Haben wir unseren Hund so akzeptiert wie er ist, können wir ihn individuell da unterstützen, wo es nötig ist. Zum einen an den Stellen, an denen es schwierig für ihn wird. Zum anderen da, wo es gefährlich wird.

Pablo hat bis heute Angst vor allen Manipulationen. Hier benötigt er Unterstützung durch mich, um es immer besser aushalten zu können. Also trainierte ich mit ihm Ohrenkontrolle, Pfötchenkontrolle, Krallen schneiden, abhören,... Auch das Hochheben, Festhalten und dicht neben ihm laufen haben wir trainiert. Inzwischen findet er die meisten Dinge tatsächlich witzig, die anderen hält er mutig und cool aus. Alles in Erwartung, dass danach etwas ganz tolles folgt.

Gefährlich wurde es für ihn, weil er nicht abrufbar war. Also trainierten wir den Rückruf. Außerdem war die Leinenführigkeit wichtig, um Verspannungen und Stress zu reduzieren und ein Stopsignal, um ihn in schwierigen Situationen anhalten zu können. Diese Signale sind für seine Sicherheit notwendig. Auch diese meistert er mit Bravour, in Erwartung, dass danach etwas gutes folgt.

All diese Übungen machen ihm Spaß. Er wartet gern, er kommt gern wenn er gerufen wird, er lässt sich gern die Pfoten kontrollieren. Oft genug habe ich diese Übungen mit positiven Verstärkern verknüpft, bis heute. Und das werde ich weiterhin machen. Ihm bereitet das eine wahnsinnige Freude und mir gibt es Sicherheit.


"Hunde müssen kontrollierbar sein, ohne das Gefühl zu haben die Kontrolle zu verlieren."

Dr. Ute Blaschke - Berthold

Dank unseres gemeinsamen Trainings haben wir es geschafft Signale und Verhaltensweisen aufzubauen, die uns und unserer Umwelt Sicherheit bieten. Und das mit ganz viel gemeinsamen Spaß. So hat unser Training nicht nur tolles Verhalten erschaffen, sondern auch unsere Bindung gestärkt. Pablo kann sich in unserer Gesellschaft gut verhalten ohne auf seine Bedürfnisse verzichten zu müssen. Geht es ihm schlecht, hat er Angst oder fühlt er sich nicht wohl kommt er zu mir. Denn er weiß, von mir kommt nie etwas schlechtes. Ich bin sein sicherer Hafen geworden, der Ort, an dem es ihm gut geht. Immer. 

Die Zutat Training beinhaltet eine kleine Herstellerempfehlung. Training über positive Verstärkung. Training, dass beiden Seiten Spaß macht. Training, dass akzeptiert, wenn etwas noch nicht so gut funktioniert. Training, dass zuverlässiges Verhalten erzeugt. Training, dass dem Hund ein Stück Kontrolle zurück gibt.

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Entspannung

Die dritte und letzte Zutat für ein harmonisches Zusammenleben ist Entspannung. Sowohl für den Mensch, als auch für den Hund. Je entspannter wir sind, desto langsamer werden unerwünschte Reaktionen ausgelöst. Desto seltener tritt Angst- und Aggressionsverhalten auf. Wir können uns selbst besser kontrollieren, besser reflektieren und besser konzentrieren.

Hunde haben ein hohes Maß an Ruhebedürfnis. Man findet Zeitangaben von 15 - 20 Stunden Ruhe täglich. Welpen und Senioren benötigen hier mehr Ruhe als Hunde im besten Alter. Kann ein Hund schlecht ruhen, sollte man ihn auch hier unterstützen. Es ist möglich Hunden Hilfen an die Hand zu geben, die ihnen helfen besser abzuschalten. Ein schlichtes Platz Bleib über mehrere Stunden erzeugt hier mehr Stress als alles andere. Wichtig ist, dass der Hund lernt sich selbst zu beruhigen. Und das immer öfter. Unterstützt werden kann er hierbei mit gezieltem Entspannungstraining und routinierten Tagesabläufen. 


Lesetipp: Trennungsstress vs. Entspannung


Doch auch der Mensch sollte auf seine Entspannung achten. Je angespannter wir sind, desto unfairer werden wir unseren Hunden gegenüber. Wir sind schneller gehetzt, genervt und können schlechter akzeptieren. Doch genau das war doch die wichtigste Zutat. Akzeptanz. Ich selbst habe für mich ebenso Routinen geschaffen. Angefangen bei meiner Morgenroutine. Aufstehen, Tee kochen, wieder ins Bett gehen, Meditieren und noch etwas mit den Hunden kuscheln. So fängt jeder Morgen bei uns an. Außerdem führe ich seit kurzem ein Dankbarkeitstagebuch. So kann ich jeden Tag mit positiven Gedanken starten. Danach die Hunderunde, frühstücken und der Arbeitsalltag beginnt. Ich bin ein Workaholic, deshalb habe ich mir ein tägliches Limit von 8 Stunden auferlegt, mein Wecker erinnert mich daran. Im Anschluss ist wieder Hundezeit, vor dem schlafen gehen schreibe ich wieder in mein Dankbarkeitstagebuch.

Diese Routine nutze ich 7 Tage die Woche, nur das ich sonntags weniger arbeite. Routinen schaffen Erwartungssicherheit und sorgen so für mehr Entspannung. Auch meine Hunde kennen diese Routine und fühlen sich wohl damit. Sie haben ihre Aktivitätsphasen und ihre Ruhephasen. So kann ich während ihrer Ruhephasen arbeiten, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, weil neben mir ein Hund meine Aufmerksamkeit möchte.


Akzeptanz - freundliches Training - Entspannung. Mit diesen drei Zutaten kannst du es schaffen, mit jedem Hund ein harmonisches Zusammenleben erreichen. Da bin ich mir sicher!


Deine Tina

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